Zum Hauptinhalt springen

Aktuell

Blauzungenkrankheit - Korrektur des Schreibens vom 16.04.2021 - Informationen zu den ab dem 21. April 2021 gültigen Verbringungsregelungen nach dem neuen EU-Tiergesundheitsrecht

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich nehme Bezug auf meine E-Mail und mein Schreiben vom 16. April 2021 (Originalschreiben s. Anlage, Gz.: 104-85 200-12-3/1/2020-1#74), mit welchem die Blauzungen (BTV) -Regelungen zum Verbringen von Wiederkäuern seit dem 21.04.2021 dargestellt werden.

Aufgrund von Anfragen möchte ich Folgendes zu den beiden Verbringungsoptionen auf Seite 2 im Schreiben klarstellen bzw. korrigieren: Die BTV-8 geimpften Tiere müssen sich 60 Tage vor dem Verbringen, oder seit ihrer Geburt, in Rheinland-Pfalz oder der aktuell geltenden Blauzungen-(Restriktions-)Zone (Rheinland-Pfalz, Saarland, Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg – s. Karte vom 22.07.2021 im Anhang) aufgehalten haben. Es ist nicht erforderlich, dass die Tiere 60 Tage in dem  Herkunftsbetrieb gestanden haben. Den exakten Wortlaut des Rechtstextes finden Sie in der Verordnung (EU) 2020/689 im Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 Nummer 3 Buchstabe c).

Korrektur im Text zu Seite 2 meines Schreibens vom 16.04.2021 (in grüner Schrift):

Verbringen von Tieren, die weder aus einer BTV-freien Zone noch aus einer Zone mit Tilgungsprogramm stammen (trifft für das gesamte Landesgebiet Rheinland- Pfalz zu):

  • Die Tiere wurden in den letzten 60 Tagen vor dem Verbringen, oder seit ihrer Geburt, in der Blauzungen-Zone im Herkunftsbetrieb gehalten, sie befinden sich innerhalb des durch den Impfstoffhersteller garantierten Immunitätszeitraums und wurden mind. 60 Tage vor dem Verbringen gegen BTV8 geimpft, oder
  • die Tiere wurden in den letzten 60 Tagen vor dem Verbringen, oder seit ihrer Geburt, in der Blauzungen-Zone im Herkunftsbetrieb gehalten, sie wurden mit einem inaktivierten BTV8-Impfstoff geimpft, sie befinden sich innerhalb des durch den Impfstoffhersteller garantierten Immunitätszeitraums, und wurden mit einem Negativbefund einem PCR-Test unterzogen, der an Proben durchgeführt wurde, die mind. 14 Tage nach Einsetzen der Immunität (entsprechend der Angaben des Impfstoffherstellers) entnommen wurden,


Weitere Informationen zur BTV:
Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg haben einen gemeinsamen Antrag auf Genehmigung eines Blauzungen-Tilgungsprogramms bei der EU-Kommission geschrieben, der in den nächsten Tagen nach Brüssel geschickt werden soll. Knackpunkt könnte die BTV-Impfquote sein, denn die EU fordert eine 95 %ige Impfabdeckung aller für das BTV-Virus empfänglichen Tiere. Das Erreichen einer 95%igen Impfabdeckung war selbst mit der Pflichtimpfung in den Jahren 2007-2009 nicht möglich, hier wurde rund 80 % Impfabdeckung erreicht. Daher wird trotz aktuell niedrigerer Impfquote (ca. 30 % bei Rindern in RP), mit guter Begründung und Hinweisen auf die hohe Untersuchungsdichte gehofft, eine Akzeptanz der Kommission für den Antrag zu erhalten.

Dennoch sollten die Betriebe angehalten werden, weiterhin regelmäßig und insbesondere die Nachzuchten und Neuzugänge zu impfen! Wissenschaftliche Studien zeigen - und die Kollegen im FLI haben dies bekräftigt -, dass die Impfantikörper selbst nach Jahren noch nachweisbar und wirksam sind, so dass durch eine kontinuierliche Impfung aller Jungtiere eine hohe Herdenimmunität aufgebaut werden kann und neue BTV-Fälle verhindert werden. Somit besteht eine reelle Chance für RP wieder frei von der BTV zu werden, wenn möglichste viele Rinder, Schafe und Ziegen mindestens eine Grundimmunisierung gegen BTV erhalten.

Mit der Genehmigung des BTV-Tilgungsantrags durch die EU-Kommission würden sich in Bezug auf die Verbringungsregelungen keine großen Änderungen ergeben. Dann wäre in der Verordnung (EU) 2020/689 im Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 die Nummer 2 mit den Buchstabe c) und d) anzuwenden.

 

Schreiben Regelungen ab dem 21.04.2021

Karte Blauzungen-Zone

 

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag


Dr. Julia Blicke

Referat Tiergesundheit und Tierseuchen

MINISTERIUM FÜR KLIMASCHUTZ, UMWELT,

ENERGIE UND MOBILITÄT

zurück